Light Conversion UAB Projekt, Litauen

Kunde

Light Conversion UAB, Litauen

Branche

Herstellung von Lasern

Jahr

2014-2015

Odoo Version

7

Erbrachte Dienstleistungen

  • Anpassung vom Fertigungssystem
  • Einkaufssystem

Herausforderung

Der führende Hersteller von Ultrakurzpulslasern und anderen optischen Geräten, Light Conversion, sitzt in Litauen. Diese Laser werden in der Industrie benutzt, wenn man eine präzise Verarbeitung der Materialien sicherstellen muss (z. B. für medizinische Geräte oder Komponenten, für Elektronik, in der Automobilindustrie usw.), in der weltweiten Forschung und Wirtschaft mit Teilchenbeschleuniger-Sinchronat oder bei Mikroskopen der neuesten Generation, um Phänomene im lebenden Organismus zu untersuchen, Moleküle zu „filmen“ usw.

An diesem Projekt arbeiteten wir mit der Abteilung zusammen, die für die Fertigung der Laserkomponente Oszillatoren zuständig war. Zielstellung des Kunden war, ein Fertigungsmanagementsystem zu entwickeln, welches die Verfolgung und Dokumentierung des Laserfertigungsablaufs sowie die Abrufung der Informationen über die Historie der verwendeten Elemente ermöglicht. Versada sollte für ein solches System ein standardmäßiges Odoo-Fertigungsmodul anpassen. Das haben wir den Bedürfnissen des Auftraggebers entsprechend umgesetzt.

Arbeitsprozess

Bevor wir die weiteren Abläufe der Arbeit an diesem Projekt erläutern, ist eine kurze Einleitung notwendig: Laserfertigung ist ein besonders komplizierter und spezifischer Prozess. Deshalb gab es viele Unterschiede zwischen dem, wie die Fertigungsprozesse von einem standardmäßigen Odoo- Fertigungsmodul „verstanden“ werden, und wie die Laserfertigung tatsächlich funktioniert. Ein standardmäßiges Fertigungsmodul wird auf einfache Weise nur für eine Serienfertigung angepasst, und Laserfertigung ist Einzelfertigung. Das waren der Hauptunterschied und die größte Herausforderung dieses Projektes.

Die Anpassung des Moduls beginnt bereits beim ersten Treffen mit dem Kunden und mit der Abstimmung seiner Bedürfnisse. Wie schon erwähnt, haben wir ausschließlich mit der Produktionsabteilung gearbeitet, die den Oszillator, eine der Laserkomponenten, fertigt. Zuerst haben wir die Liste von Teilen, die für die Fertigung notwendig sind, zusammengestellt. Dabei sind wir bereits auf das erste große Problem gestoßen. Im standardmäßigen Fertigungsmodul gibt es keine Möglichkeit, die gewählten Teile im Laufe des Fertigungsprozesses zu ändern, zu beseitigen und neue einzusetzen; denn vor der Inbetriebnahme des Systems wird eine Liste zusammengestellt, die „fixiert“ wird und unveränderlich bleibt. Warum war das für die Laserfertigung nicht passend? Ein Beispiel

Ein Beispiel soll die Bedeutung unserer Arbeit deutlich machenin Unternehmen fertigt Tische, die aus einer Tischplatte und vier Beinen gleicher Länge bestehen. Wenn im Fertigungsablauf ein falsches Teil produziert wird (zum Beispiel ein kürzeres Bein), wird es vom System als Ausschussteil abgeschrieben und durch ein Standardteil ersetzt. In der Laserfertigung ist das nicht so einfach. Wenn ein Element nicht passt, bedeutet das noch nicht, dass es Ausschuss ist. Man muss ein alternatives Teil mit anderen Parametern wählen. Um dies zu ermöglichen, muss man ein Standardmodul entsprechend modifizieren. Ein weiteres Problem ist, dass die in der Laserfertigung verwendeten Elemente nicht einfach sind. Im System werden ihnen viele Informationen zugeordnet. Der Auftragnehmer wollte im System diese Teile nach unterschiedlichen Parametern sortieren, um sie leichter finden zu können. Zum Beispiel sollten die Kristalle nach Abmessungen, Form, Qualität, Material, Betrag der Legiration, Strahlungslänge und anderen Größen sortiert werden. In einem Standardmodul gibt es diese erweiterte Verwaltung der Eigenschaften nicht. Also muss für den Kunden eine Lösung gefunden werden, wie man Kristalle mit einer entsprechenden Eigenschaft in einem Verzeichnis findet, das diese Kristalle für bestimmte Auftragslisten aufführt.

Der erste Abschnitt – die Eingabe der Liste der Teile – konnte innerhalb von drei bis vier Monaten abgeschlossen werden. An der Inbetriebnahme des Systems der Fertigungsabläufe haben wir ungefähr genauso lange gearbeitet. Zuerst wurde das System von einer Abteilung getestet, danach haben sich auch die Fachleute aus anderen Abteilungen angeschlossen. Wir haben das entwickelte System entsprechend ihrer Erfahrungen und Kommentare korrigiert.

Modifikation

Wichtig ist es zu verstehen, dass es kein vollkommenes Geschäftsmanagementsystem gibt – es gibt nur ständige Bemühungen, es zu verbessern. Nach der Optimierung eines Elementes bzw. einer Funktion lässt sich immer noch ein weiteres Element bzw. eine weitere Funktion verbessern. Das nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch und das erstrebte vollkommene Ergebnis kann ohnehin nicht erreicht werden. Ferner ist es wichtig zu beachten, dass, je mehr Modifikationen wir machen und je mehr wir vom Standardsystem abweichen, es umso komplizierter ist, die modifizierte Version in die aktualisierte Version des Systems zu übertragen. Nach dem Beginn des Projektes Light Conversion arbeiteten wir mit der siebten Version von Odoo, wussten jedoch, dass die achte bereits in Vorbereitung ist. Das Odoo-System hat keine „Gültigkeitsdauer“ und der Kunde muss in die neuere Version nicht „migrieren“, da eine Version durchschnittlich sieben bis acht Jahre unterstützt wird; viele Kunden möchten es trotzdem tun. Sie werden von einer bequemeren Nutzerschnittstelle, neuen Funktionen und anderen Neuheiten gelockt. Deshalb dauert es ziemlich lange, bis man eine Version mit zahlreichen Abweichungen vom Standard in das neue virtuelle „Haus“ überträgt.

„Vor dem Beginn unserer Zusammenarbeit mit dem Team von Versada wussten wir weder, welches System wir wollen, noch, welches wir brauchen. Das wichtigste Ziel lag darin, dass das System zu unseren komplizierten Fertigungsabläufen passt und die ,Verfolgung‘ der laufenden Arbeiten möglich macht, d. h., dass das System die Historie der Fertigung eines jeden Gegenstandes, die Parameter der Teile und die gesamten Informationen im Zusammenhang mit der Reparatur der Geräte erfasst. Wir haben gemeinsam unsere Bedürfnisse und den Umfang der Arbeiten festgelegt und den Prozess der Entwicklung der Arbeiten in Abschnitte eingeteilt. Nach jedem Abschnitt haben wir Tests durchgeführt, wie die eine oder andere Funktion abläuft; bei Bedarf haben wir Korrekturen vorgenommen und die Arbeiten fortgesetzt. Das war tatsächlich eine harte Arbeit, weil unsere Fertigungsabläufe kompliziert sind, weil es viele Elemente gibt und ihnen umfangreiche Informationen zugeordnet sind. Wir freuen uns darüber, dass Versada sehr schnell auf unsere Anfragen und Bitten reagiert, jedes Bedürfnis berücksichtigt und geduldig erklärt hat, wenn wir etwas bei den technischen Möglichkeiten des Systems nicht verstanden haben. Die Mitarbeiter haben eine ausgezeichnete und umfassende Arbeit geleistet und uns gezeigt, was wir tatsächlich vom System dieses Typs benötigen. Ich möchte den Projektleiter Andrius Preimantas besonders erwähnen: Er ist ein Profi mit herausragenden technischen Kompetenzen, großartigem Organisationstalent und, was besonders wichtig für dieses Projekt war, mit ungewöhnlicher Geduld.“

Marius Bardauskas

Manager von Oszilliatorgruppe

„Die Arbeit am Projekt Light Conversion war aus zwei Gründen interessant. Erstens, weil die Spezifik des Unternehmens, die Laserfertigung, eine verlockende Herausforderung war, und zweitens wegen der besonderen Erfahrungen, die das Management durch die Bedürfnisse und Wünsche des Kunden gesammelt hat. Bei diesem Projekt gab es besonders viele Veränderungen im Standardsystem. Wenn man so viele Modifikationen macht, gibt es ein bestimmtes Risiko – erstens ist die Wahrscheinlichkeit, Fehler zu machen, höher, wodurch die Beseitigung dieser Fehler viel Zeit in Anspruch nehmen wird, und zweitens kann sich die Inbetriebnahme des Systems sogar um Jahre verschieben, wenn man immer weitere Änderungen vornimmt. Deshalb mussten wir dem Kunden helfen herauszufinden, welche Bedürfnisse die wichtigsten sind, welche unentbehrlich für die Inbetriebnahme des Systems sind und welche auch erst später realisiert werden können. Unser Team kann alle Wünsche des Auftraggebers umsetzen! Vor der Aufnahme der Arbeiten muss man jedoch diese Wünsche sortieren und Prioritäten festlegen. Eine ziemlich große Herausforderung ist das richtige Lenken des Kunden und seiner Bedürfnisse.“

Andrius Preimantas

Projektmanager

Ergebnis

Das Ergebnis: Das standardmäßige Fertigungsmodul des Odoo-Systems wurde für besonders komplizierte Laserfertigungsabläufe angepasst. Das nächste Mal würden wir jedoch einem Unternehmen mit solch komplizierten Abläufen eine entgegengesetzte Lösung empfehlen – nämlich eine einmalige Lösung im Rahmen der Odoo-Plattform zu entwickeln, anstatt die vorhandenen standardmäßigen Module des Systems zu verwenden. Die im Rahmen dieses Projektes gesammelten Erfahrungen haben gezeigt, dass gerade mit so einer Strategie der Zeitaufwand und die Kosten noch mehr reduziert werden könnten.

„Wir freuen uns darüber, dass wir nicht nur die Herausforderungen unserer Kunden bewältigen, sondern auch uns selbst mit jedem Projekt fortbilden und neue Kenntnisse erwerben. Dies hilft uns bei der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen, noch effizientere Entscheidungen treffen zu können.“

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